Bleiben Sie gesund – körperlich und seelisch

Fünf Tipps zur psychischen Gesundheit in Zeiten des Coronavirus

Im März 2020 finden wir uns in einer Situation wieder, die wir so bisher noch nie erlebt haben. Das Coronavirus stellt unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie jede/n Einzelne/n vor neue Herausforderungen. Das wirft viele Fragen auf und viele Menschen spüren Angst und Unsicherheit über das, was gerade ist und das, was noch kommen mag.

Angst ist eine Grundemotion, welche die Menschheit seit jeher begleitet. Auch wenn viele Menschen mit Angst ein “negatives” Gefühl und Symptome wie Herzrasen, Beklommenheit oder Unwohlsein verbinden, so hat Angst auch ihre “sinnvollen” Seiten. Beispielsweise zeigt sie uns an, dass wir gerade besonders wachsam und vorsichtig handeln sollten.

Für alle, die sich durch die aktuelle Situation rund um das Coronavirus verunsichert fühlen und auch für all jene, die unabhängig von den aktuellen Entwicklungen auf ihre psychische Gesundheit achten wollen, möchte ich in Folge fünf Tipps vorstellen. Diese Empfehlungen können recht einfach und zu Hause umgesetzt werden.

1. In Kontakt bleiben

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermindern, ist es derzeit wichtig, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und die persönlichen sozialen Kontakte zu reduzieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir auf unsere sozialen Beziehungen gänzlich verzichten sollten – im Gegenteil. Gerade jetzt ist es wichtig, mit uns lieben Menschen in Kontakt zu bleiben. Dazu gibt es heute eine Vielzahl an technischen Möglichkeiten: angefangen beim Telefon bzw. Handy über diverse Nachrichten- und Videotelefoniedienste bis hin zu sozialen Netzwerken. Wie wäre es denn, mit einer lieben Freundin oder einem Freund einen fixen Telefontermin pro Woche zu vereinbaren? Oder mit Familienmitgliedern in einer Chatgruppe gegenseitig aufmunternde Worte zu teilen?

2. Aus eigener Erfahrung lernen

Jede/r von uns hat schon diverse kleine oder große Krisen gemeistert. Sei es eine Trennung, ein Misserfolg in der Schule oder der Arbeit, ein schwieriger Streit und so weiter. Erinnern Sie sich – was hat Ihnen damals geholfen, durch diese schwierige Zeit zu kommen? Vielleicht können Sie auch gemeinsam mit Freunden und Familie zusammenfassen, was damals hilfreich war und was von diesen Erfahrungen nun auch in der aktuellen Situation rund um den Coronavirus nützlich und anwendbar sein könnte.

3. Zeit genuss- und sinnvoll nützen

Welches Buch aus Ihrem Regal wollten Sie schon immer mal lesen, hatten aber nie dafür Zeit? Welche Lade oder welche Kiste sollte die längste Zeit schon mal ausgemistet werden, wurde aber schon lange nicht mehr geöffnet? Vermutlich kennen die meisten von uns Dinge, die gerne aufgeschoben und dann nie wirklich umgesetzt werden. Zu wenig Zeit, zu geringe Wichtigkeit, zu langwierig – Begründungen gibt es genug. Die jüngsten Corona-Entwicklungen halten uns dazu an, viel mehr Zeit als üblich zu Hause zu verbringen. Wie wäre es, wenn Sie aus der Not eine Tugend machen und dies als Chance sehen, mal all die Dinge zu machen, für die im “stressigen Alltag” keine Zeit bleibt? Gerade in unserer zeitoptimierenden Gesellschaft wird das Wort “Muße” kaum gelebt. Nun werden wir recht plötzlich zur Entschleunigung angehalten. Da wäre es doch einen Versuch wert, die Zeit zu Hause mögichst bewusst, genuss- und auch sinnvoll zu nutzen.

4. Bewusster Medienkonsum

Gerade in Ausnahmesituationen wie aktuell rund um das Coronavirus ist es wichtig, laufend informiert zu bleiben. Zum Beispiel, welche gesetzlichen Änderungen es zur derzeitigen Lage gibt, wie die Supermärkte offen haben oder welche Hygienemaßnahmen tatsächlich gegen die Ausbreitung des Virus helfen. Allerdings gilt auch beim Konsum von Nachrichten, Informationssendungen oder anderen Medien: die Dosis macht das Gift. Achten Sie darauf, dass Sie Medien bewusst konsumieren. Dazu zählen TV- und Radio-Sendungen genauso wie Online-Medien und soziale Netzwerke. Zum einen ist es wichtig, wahrheitsgetreue Informationen von sogenannten “Fake-News” zu unterscheiden. Zum anderen ist es wenig sinnvoll, den ganzen Tag oder auch über mehrere Stunden in Medien vertieft zu sein. Auch wenn sich die Rahmenbedingungen immer wieder rasch ändern, reicht es, wenn Sie ein bis zwei Mal am Tag Informationen abrufen.

5. Ruhe bewahren

Auch wenn wir derzeit in einer bisher unbekannten und neuartigen Situation sind: bleiben Sie ruhig und achtsam. Besinnen Sie sich auf all das, was Sie im Moment selbst kontrollieren können. Und hier stehen Ihre Gedanken und Ihre psychische Gesundheit an erster Stelle. Tun Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten etwas Gutes. Das können ein entspannendes Bad, das Hören Ihrer Lieblingsmusik, ein ausgiebiges Telefonat mit FreundInnen, das Lernen einer neuen Fähigkeit, Meditation, eine Niederschrift Ihrer Gedanken, das Schauen Ihrer Lieblingsserie und so weiter sein. Wie ein altes Sprichwort schon sagt, ist Lachen ja die beste Medizin – vielleicht sehen Sie sich einen unterhaltsamen Film oder eine witzige Sendung an oder tauschen mit anderen lustige Anekdoten von früher aus.

Und erinnern Sie sich daran, dass auch diese Situation vorübergehend ist und dass wir in ein paar Wochen unseren bisher bekannten Alltag weitestgehend wieder leben werden können.

Achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund!

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